
Zwar ist die Heimat des B 1000 nach wie vor Frankenberg, doch schon bevor die dortige Marketing GmbH das traditionsreiche Treffen vom Museum ins Stadtfest verlegte und damit zur Bedeutungslosigkeit verdammte, war das Barkas-und Melkustreffen in Podelwitz bei Leipzig zum Szene-Treff der Barkas-Fahrer avanciert. Der kontinuierliche Aufstieg hatte allerdings auch seinen Preis, und so musste der Erfinder des Treffens die Leitung in jüngere Hände abgeben, was zunächst auch gelang.
Doch kurz vor der Eröffnung des diesjährigen 7. Barkas-Treffens scheuchte eine Email die Szene auf: Aus organisatorischen Gründen kann »Podelwitz« nicht stattfinden. Man bitte um Verständnis und so weiter. Doch die Verfasserin der email hatte nicht mit der heftigen Reaktion der Szene gerechnet. Einen ganzen Tag lang kannte das Forum unter www.barkas.de nur noch ein Thema, Hilfsangebote und die parallele Suche nach Alternativen zum angepeilten Termin überschlugen sich, und nur wenige Stunden nach der Absage stand fest: Das 7. Barkas-Treffen in Podelwitz findet doch statt, wenn ein paar Leute mit anpacken. Und auch diese Leute waren schnell gefunden.

So rollten am vorletzten September-Wochenende wieder aus allen Ecken der Republik und sogar aus den Niederlanden die unterschiedlichsten Barkas-Fahrzeuge auf Podelwitz zu: Kleinbusse, Kastenmehrzweckwagen, Pritschen, Dreiachser, Abschlepper, Feuerwehr-und Rettungsfahrzeuge, und nicht zu vergessen, der diesjährige Star der Szene, »Pritschenpapis« kompletter Neuaufbau mit den Mitteln des 21. Jahrhunderts: Dieselmotor, Fünfganggetriebe, Scheibenbremsen, verlängerter Rahmen, Servolenkung, Klimaanlage, um nur einige der Neuerungen zu nennen …
Schließlich standen mehr als 100 Fahrzeuge auf dem Platz, wobei »markenfremde« noch gar nicht mitgezählt waren. Ein Rekord. Sicherlich war die Aufregung um die Absage nicht ganz unschuldig daran, dass einige »jetzt erst recht« gekommen sind. Doch ganz gleich, aus welchen Gründen, es war ein Fest, ein Familientreffen, eine richtig runde Sache, ohne aufgesetzte »Events«, dafür mit zivilen Preisen, Essen aus der Gulaschkanone des Dorf-Konsums und einer Hüpfburg (die wiederum oben erwähnter Pritschenpapi auf seinem neuen Barkas mitgebracht hatte).

Mehr oder weniger spontan hatte die »Szene« dann auch noch eine Ausfahrt organisiert: Von Podelwitz mitten durch das im kommenden Jahr für uns »Stinker« gesperrte Leipzig, mit Zwischenstopp am alten Messegelände zum Völkerschlachtdenkmal und zurück. Für Leipziger wie Barkonauten sicher ein unvergessliches Erlebnis, das in dieser Form so schnell nicht wiederholbar sein wird. Ab 2010 ist auch Leipzig »Zone«.
Podelwitz dagegen hat sich im siebten Jahr endgültig, wenn nicht zur Hauptstadt, so auf jeden Fall zum Mekka der Barkas-Fahrer entwickelt. Offiziell verantwortet von genau zwei Personen, der unermüdlichen Yvonne (die selbst gar keinen Barkas besitzt) und einem Tausendsassa namens Ferenc, der scheinbar das ganze Dorf für das Treffen mobilisieren konnte, und mit »A little help» von zahlreichen Freunden des freundlich dreinschauenden Transporters aus Sachsen.

Für die 8. Auflage des Barkas-Treffens im September 2010 gibt es schon jetzt so viele Voranmeldungen, dass eine Absage gar nicht mehr erwogen werden kann.